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Tiere im Garten


Vögel im Garten

Blaumeise
Fotos: Anita Schweig-Bourg
Blaumeise Parus caeruleus / Blomees / Mésange bleue / Blue Tit
Kohlmeise
Kohlmeise Parus major / Schielmees  / Mésange charbonnière / Great Tit
Sumpfmeise
Sumpfmeise Parus palustris / Gro Mees / Mésange nonnette / Marsh Tit
Tannenmeise Parus ater / Dännemees / Mésange noire / Coal Tit
Haubenmeise
Haubenmeise Parus cristatus / Hauwemees / Mésange huppée / Crested Tit
Kleiber Sitta europaea / Kuesleefer / Sittelle torchepot / Eurasian Nuthatch
Kleiber
Gimpel /Dompfaff Pyrrhula pyrrhula  Pillo / Bouvreuil pivoin /-Bullfinch
Rotkehlchen
Rotkehlchen Erithacus rubecula / Routbrëschtchen / Rougeorge familier
 European Robin
Haussperling  Passer domesticus / Hausspatz / Moineau domestique
House Sparrow
Amsel
Amsel Turdus merula/  Märel / Merle noir /  Blackbird

Buntspecht
Buntspecht Dendrocopos major/Bontspiecht/Pic épeiche/Great Spotted Woodpecker

Uii, das sind wirklich sehr schöne Fotos.
Der Specht gefällt mir ganz besonders. Mensch wie schön, so viele Vögel im eigenen Garten. Das nenne ich privates Glück.

Weiter so Anita.

Gruß
Susanne S.

Der Eichelhäher


Eichelhäher im Garten
Fotos: Anita Schweig-Bourg


Einer meiner liebsten Beschäftigungen im Winter ist das Beobachten und Fotografieren von Gartenvögeln. Und wenn dann plötzlich der Eichelhäher (Garrulus glandarius) auf dem Gartentisch steht und sich einen Nusskern nach dem anderen in den Schnabel steckt, erfreut mich das sehr. Auf seinem Speiseplan stehen aber auch  Äpfel, Beeren, Insekten, Käfer, Larven, Würmer, Schnecken und Mäuse. In Mitteleuropa trifft man den Eichelhäher recht häufig in Laub- und Mischwäldern. Der Waldvogel mag Regionen mit vielen Eichen. Auch in Gärten, die nahe an einen Wald grenzen, in Parks oder in Nadelwälder fühlt sich der schöne Vogel wohl.
Der Eichelhäher versteckt im Herbst Bucheckern, Haselnüsse und Eicheln an verschiedenen Orten, in der Erde oder unter Laub als Vorrat für den Winter. Bis zu zwölf Eicheln kann er in seinem Kehlsack auf einmal transportieren. Da er nicht immer alle vergrabenen Eicheln wiederfindet, kann es durchaus passieren, dass in Waldstücken wo vorher keine Eichenbäume waren, plötzlich Eichenbestände heranwachsen. Die „ Hähersaat“ ist für den Wald sehr nützlich und so sorgt der Eichelhäher dafür dass sich Stiel-, und Traubeneiche, Buche und Hasel ausbreiten. Gerne spricht man bei Eichelhäher auch vom sogenannten Waldgärtner.
Da sein Geruchssinn nicht der allerbeste ist, muss er sich gut merken, wo er die versteckten Leckerbissen vergraben hat. Die Lebenserwartung des Eichelhähers wird auf über fünfzehn Jahre geschätzt.
Durch seine typischen blau-weiss-schwarzen Flügelfedern, dem gestreiften Oberkopf und seinen schwarzen Wangenstreifen ist der Eichelhäher, der zu der Familie der Rabenvögel (Corvidae) zählt, gut zu bestimmen. Mich faszinieren seine wachsamen Augen.
Durch seine rätschenden Rufe verrät der Eichelhäher sich und so wird man bei einem Waldspaziergang schnell auf ihn aufmerksam. Sein Warnruf macht nicht nur Artgenossen, sondern auch andere Vögel auf Gefahren aufmerksam. Sobald Eichelhäher und Amseln zu warnen beginnen, weiss man, dass sich Rehe, Füchse oder andere Wildtiere nähern. Carmen Rohrbach hat mir  erzählt, wie  täuschend echt, Eichelhäher  den Bussard nachahmen können. Wahre Meister im Stimmen nachahmen ist vor allem der Gelbspötter. Ein kleines Genie ist der Kolkrabe, er kann sogar Wörter unserer Sprache nachplappern, wenn er von Menschen aufgezogen wurde, wie mir Carmen berichtet hat. Wie schön es doch ist, mich mit meiner lieben Seelenverwandten, über die Natur austauschen zu dürfen. Und so erfahre und lerne ich immer Neues hinzu. Selten trifft man Menschen, die sich so sehr für die Natur, die Tiere und Pflanzen interessieren, wie meine liebgewonnene Reisejournalistin und Biologin. Als Kind dachte sie, der Eichelhäher wäre ein Zaubervogel, wegen seiner tiefblauen Federn in den Flügeln. Überglücklich war sie, als sie im Wald eine dieser wunderschönen Federn fand. Ich mag solch berührende Geschichten und bin dankbar sie weitererzählen zu dürfen.
Meine schönste Begegnung mit dem Eichelhäher war, als er eines Tages in unserem Garten auftauchte. Ich stand hinter dem Fenster und machte gerade einige Aufnahmen der Haubenmeise, die recht häufig in unserem Garten zu sehen ist. Plötzlich kam er angeflogen und stand auf dem Gartentisch wo die Futterschale mit Nüssen und verschiedenen Sämereien stand. Gierig verschlang er einige Nüsse und war dann auch schon wieder weg.  Ich stand so erstarrt am Fenster, dass ich nicht einmal auf den Auslöser meiner Kamera drücken konnte. Das holte ich später jedoch nach und freue mich darüber, dass mir einige Aufnahmen des Eichelhähers gelungen sind.
Die flachen Nester aus Zweigen, die mit Moos ausgekleidet sind, liegen hoch in den Bäumen. Der Eichelhäher brütet von April – Juni.  Feinde des Eichelhähers sind Baummarder, Uhus, Krähen, Falken, Greifvögel und leider auch Menschen.
Der Eichelhäher wird leider nicht von allen geliebt, da er im Frühling und Sommer  Singvogelbrutnester plündert. Zu Unrecht klassifiziert der Mensch auch hier wieder gerne in „ Gut“ oder „Böse“. Vermenschlichung, Unverstand und Unwissenheit brachten schon unzählige Arten von Tieren und Pflanzen an den Rand der Ausrottung. Die betroffenen Singvögel gleichen solche Verluste bereits bei der folgenden Brut oder spätestens im nächsten Jahr, wieder aus. Derartige Ausfälle durch naturgegebene Fressfeinde sind somit mit eingerechnet und kein Drama.
Beim Recherchieren über den Eichelhäher erfuhr ich, dass sich der Eichelhäher, um keine Parasiten zu bekommen, gerne schon mal in einem Ameisenhaufen badet. Krähen nutzen die Ameisensäure auch gegen Plagegeister.
Nicola Clayton von der Universität Cambridge soll sogar herausgefunden haben, dass die Vögel sich in ihre Partnerin einfühlen können und deren aktuelle Nahrungsvorliebe erkennen können. Diese Fähigkeit war bisher nur von Affen und Menschen bekannt. Und während ich mich immer weiter in das Wissen des Eichelhähers vertiefe, wird mir bewusst, wie wenig wir Menschen doch von der Tier-, und Pflanzenwelt wissen.
Viele Vögel besuchen meinen geliebten Garten, der für viele Tiere einen Lebensraum bietet. Amsel, Buchfink, Blaumeise, Kohlmeise, Tannenmeise, Sumpfmeise, Haubenmeise, Haussperling, Elster, Gimpel, Gartenrotschwanz, Goldammer, Kleiber, Rotkehlchen, Schwalben und viele andere scheinen sich in ihm wohl zu fühlen. Welch wundervolle Glücksmomente und wie bereichernd.
Text und Fotos: Anita Schweig-Bourg
Eichelhäher im Garten
Eichelhäher Garrulus glandarius / Maarkollef / Geai des chênes / Jay
Eichelhäher im Garten
Eichelhäher im Garten
Eichelhäher im Garten
Eichelhäher im Garten


Gelbhalsmaus /Apodemus flavicollis

Giel Bëschmaus / mulot à collier/ yellow-necked mouse

Herzlichen Dank an Herrn Dr. Zink aus Österreich für die Bestimmung meiner kleinen Gelbhalsmaus im Garten.

Fotos: Anita Schweig-Bourg

 

 

Geliebte Schnecken

Schnecken im Garten
Fotos: Anita Schweig-Bourg

 

Zu Unrecht sind Schnecken die wohl unbeliebtesten Tiere im Garten. An Rezepten und Anleitungen, wie man diesen Tieren den Garaus machen kann, fehlt es wahrlich nicht. Die sogenannten „Experten“ raten zu Schneckenkorn, alkoholischen Fallen, der Schnipp-Schnapp Methode mit Rasierklinge oder das Bestreuen mit Salz. Dass Schnecken jedoch auch eine Daseinsberechtigung haben, vergessen wir oft völlig. Mir sind diese grausigen Vernichtungsmethoden zutiefst zuwider. Oft dauert es Stunden, bis die Tiere schlussendlich qualvoll verenden. Natürlich geht es mit der Scherenmethode um einiges schneller. Doch müssen wir Schnecken wirklich mit der Schere zerstückeln?  Ich bevorzuge das Absammeln der Tiere und lehne jede Art der grausigen Tötung ab.

Schnecken sind faszinierende Lebewesen. Diese Weichtiere sind sowohl als Abfallverwerter wie als Futter vieler Tiere unentbehrlich. Der gesamte Leib aller Landschnecken ermöglicht ihr gemächliches Fortbewegen. Die Oberseite ihres „Körpers“ ist lederartig und in zahlreiche Rinnen eingeteilt. Die Unterseite hingegen ist völlig glatt und platt. Durch die Drüsen unterhalb der Mundöffnung wird ständig Schleim abgesondert. Dieser ermöglicht das Dahingleiten der Tiere. Auf rauen oder extrem trockenen Böden sondern sie viel mehr Schleim ab als auf glatter Fläche. Für die Schnecke ist ihr Schleim lebenswichtig. Er versorgt sie mit Flüssigkeit, indem er Wasser aus der Luftfeuchtigkeit zieht. Anscheinend bis zur Hälfte ihres Bedarfs an Flüssigkeit deckt die Schnecke so ab und schützt sie vorm Austrocknen. Gehäuseschnecken richten gegenüber den Nacktschnecken relativ wenige Schäden an. Einige von ihnen fressen sogar die Gehege der Nacktschnecken auf und helfen somit, deren Bestand zu reduzieren. Die Schnecken haben zum Teil schlecht ausgebildete Sinnesorgane. An den beiden längeren Tasthörnern liegen die Linsenaugen, sie reichen nur für einige Zentimeter Sehbereich. Schnecken riechen an ihrer Nahrung und verspeisen diese nach reichlichem Prüfen mit einer Art Raspelzunge. Diese einmalige Fressvorrichtung ist mit tausenden von  kleinen Zähnchen bestückt.

Es gibt um die 43000 Arten von Schnecken. Eines der vermutlich ältesten Zahlungsmittel in Afrika, Ost- und Südasien, sowie der Südsee  war die Kaurischnecke (Cypraea moneta). Diese Porzellanschnecken sind fast ausschließlich tropische Meeresschnecken. Schnecken leben nicht nur zu Land, sondern auch im Meer und Süßwasser. Kaurischnecken und die farbigen  Meeresnacktschnecken gehören ebenfalls zu den Schnecken.

Beim Liebestanz drehen sich die Spanischen Wegschnecken umeinander. Alle Lungenschnecken sind Zwitter und befruchten sich gegenseitig. Auch wenn die Schnecken, vor allem die große und vermehrungsfreudige Spanische Wegschnecke, sich über so manches frische Gartengewächs hermacht,  ist dies kein Grund dafür, diese Tiere zu töten.

Schnecken halten den Garten gesund. Ja, sie fressen verwesende Pflanzenteile, tote Tiere und sind somit ein nützlicher Bestandteil der Lebensgemeinschaft. Pflanzenreste werden zersetzt und dienen der Humusbildung. Auch nicht alle Schneckenarten richten Schäden an. Gehäuseschnecken leben überwiegend von totem Pflanzenmaterial. Die grosse Weinbergschnecke vertilgt die Eigelege der Nacktschnecken und steht unter Naturschutz.

Duldet man trotz allem keine Schnecken in seinem Garten, so kann man einen Schutzring aus Sägemehl, Steinmehl oder Branntkalk um die Gemüsebeete anlegen. Nach Regenfällen müssen diese Sperrstreifen jedoch erneuert werden.

Wer sich ein indisches Laufentenpärchen im Garten hält, hat eh nie wieder Probleme mit Schnecken. Denn diese stehen bei den Enten hoch oben auf der Liste ihres Speiseplans. Hühner mögen Schnecken ebenfalls.

Der Schneckenzaun ist die etwas teurere Alternative, dafür aber hochwirksam.

Im naturnahen Garten finden Nützlinge Unterschlupf. Massenvermehrungen von Nacktschnecken sind hier äußerst selten der Fall. Vogelarten wie Amseln , Elstern oder Stare vertilgen erwachsene Schnecken. Spitzmaus, Blindschleichen, Kröten und Igel mögen ebenfalls Schnecken. Laufkäfer und Laufkäferlarven machen sich gerne über das Eigelege und die Jungschnecken her. Genauso wie die Glühwürmchen und deren Larven und Hundertfüssler.

Mir ist bewusst, dass ich mit meiner Schneckenliebe ziemlich alleine dastehe. Doch trotzdem kämpfe ich für ein Umdenken, deshalb dieser Text. Ich bemühe mich seit vielen Jahren darum, meinen Garten im biologischen Gleichgewicht zu halten. "Nützlinge und Schädlinge" halten sich die Waage sozusagen. Auch Schnecken haben ein Recht auf Leben.  Ich liebe Schnecken und für mich persönlich gehören sie zu meinem Garten dazu.



Text und Fotos:Anita Schweig-Bourg

Fotos: Anita Schweig-Bourg
Schnecke auf einer Rose
Schnecke auf einer Rose
Schnecken erfüllen wichtige biologische Funktionen.
 Sie beseitigen pflanzliche und tierische Abfälle und beugen damit Pilzkranheiten vor.
zwei sich liebhabende Schnecken
Schnecken im Garten
Schneckeneier
mein Buchtipp zum Thema

Carmen Rohrbach schreibt: 
Dein Blog ist etwas ganz besonderes,
unvergleichlich, ich spüre deutlich beim Betrachten der Bilder, wie
liebevoll und überlegt Du sie gestaltet und zusammen gestellt hast
www.carmenrohrbach.de 



Buchempfehlung
Mein Blockhaus in Kanada
 Frau Dr. Carmen Rohrbach


Fotos: Dr. Carmen Rohrbach

Bei diesem Abenteuer ging es mir um das Erleben einer wilden Natur, abseits von Siedlungen, in einer weitgehend von Menschen unbeeinflussten Gegend. Diese bot sich mir in Kanada, in der Provinz British Columbia, etwa 500 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Prince George. In einer einfachen Blockhütte ohne Strom, Gas, Internetanschluss, Telefon, ohne Straßen in der Nähe, Heizung nur mit Holz und Wasser aus dem See, überwinterte ich, um in die wilde Natur einzutauchen.
Meine Cabin wie Hütten in Kanada genannt werden, lernte ich im Sommer bei einer mehrwöchigen Wildniswanderung in den Rocky Mountains zum Chukachida Lake kennen. Sie liegt direkt am Seeufer auf über 1800 Meter Höhe umgeben von Dreitausender-Bergen.
Der erste Teil des Vortrags zeigt Landschaft und Tierwelt von unterwegs.
Im Winter flog mich ein Buschpilot in die Wildnis. Allein in Kanadas Wildnis zu sein, war für mich ein beglückendes Erleben. Die Elemente der Natur: Kälte, Wind, Sturm, Schnee, Eis und Sonne wurden intensiv erfahren. Unter diesen Bedingungen wird der Mensch Teil der Umwelt und steht ihr zugleich beobachtend gegenüber. Das Alleinsein verstärkt die Wahrnehmung, öffnet die Sinne und erweitert die inneren Horizonte.
Dr. Carmen Rohrbach.
Fotos: Dr. Carmen Rohrbach

www.carmenrohrbach.de

Es sind Neugier und Fernweh, die mich antreiben. Die Neugier, mehr über uns und unsere Dasein auf der Erde zu erfahren. Die Schönheiten und Geheimnisse unseres Planeten zu ergründen. Die Sehnsucht, in die Ferne hinter den Horizont zu blicken...
 ... Das Schreiben war von Beginn an ein wesentlicher Beweggrund für mich. Reisen und Schreiben  - das ist für mich eine untrennbare Einheit. Indem ich das Erlebte in Worte fasse, kann ich es noch einmal erleben, oft intensiver als zuvor in der Wirklichkeit... 
... mein Anliegen dabei ist, meine Leser auf die Reise mitzunehmen, als würden sie diese selbst erleben...
 ... wenn ich mich von innen betrachte, dann habe ich mich nicht verändert. Einzig geändert hat sich , dass ich mehr weis, dass ich mehr erlebt habe und mehr Geschichten erzählen kann...
Dr. Carmen Rohrbach












...kein Tier schlachtet ein anderes in einer Weise ab, wie Menschen es tun. Können wir nicht lernen, wie es Hunden offensichtlich gelungen ist, mit anderen Kreaturen in Frieden zu leben, ohne sie zu quälen und zu töten, zu essen, auszubeuten oder zu missachten?
Quelle: Hunde lügen nicht / Jeffrey M. Masson


1 Kommentar:


  1. Uii, das sind wirklich sehr schöne Fotos.
    Der Specht gefällt mir ganz besonders. Mensch wie schön, so viele Vögel im eigenen Garten. Das nenne ich privates Glück.

    Weiter so Anita.

    Gruß
    Susanne (Strecker)

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