Dienstag, 3. Oktober 2017

 Spiritsofgarden

Foto: Anita Schweig-Bourg

Das Ziel meines Blogs ist, möglichst viele Menschen für die Natur, den Garten, die Pflanzen und Tiere zu begeistern. Mit kleinen Schritten etwas zu bewegen und mich für eine ökologische Welt einzusetzen sind meine Beweggründe und meine Motivation. In einer schnelllebigen und lauten Welt sind mir solche Werte, wie das Leben im Einklang mit der Natur, sehr wichtig. Wenn ich durch meine Arbeit andere Menschen begeistern kann, freut mich das sehr.
                  Ihre Anita Schweig-Bourg


Freitag, 15. September 2017

Im Garten

Im Garten

Fotos: Anita Schweig-Bourg
Unser Garter kann   nach  Vereinbarung besichtigt werden.
aschweig@pt.lu



C. Rohrbach schreibt per email:
...du bist eine sensible und wunderbare Fotografin, selten habe ich Fotos von anderen Fotografen gesehen, die so deutlich von der Persönlichkeit des Fotografen durchwebt sind...



Viele sagen, sie "lieben die Natur". Das heißt, sie sind nicht abgeneigt, je und je ihre dargebotenen Reize sich gefallen zu lassen. Sie gehen hinaus und freuen sich über die Schönheit der Erde, zertreten die Wiesen und reißen schließlich eine Menge Blumen und Zweige ab, um sie bald wieder wegzuwerfen oder daheim verwelken zu lassen. So lieben sie die Natur. Sie erinnern sich dieser Liebe am Sonntag, wenn schönes Wetter ist, und sie sind dann gerührt über ihr gutes Herz. Sie hätten es ja nicht nötig, denn "der Mensch ist die Krone der Natur". Ach ja, die Krone!

 (H. Hesse)


... man zerstört Hecken und vertilgt das Unkraut mit chemischen Mitteln. So entfernt man die letzten Zufluchtsstätten für diese bestäubenden Insekten und zerreisst die Fäden, die ein Lebewesen mit dem anderen verbinden. Diese Insekten, die so lebensnotewendig für den Ackerbau und wahrlich auch für die uns so vertraute Landschaft sind, verdienen von uns etwas Besseres als die sinnlose Zerstörung ihrer Heimat.
Buchtipp: 
Der stumme Frühling 
Rachel Carson

Donnerstag, 14. September 2017



Impressionen

Fotos: Anita Schweig-Bourg




  
Buchtipp:

Am Anfang steht das Fernweh
von Dr. Carmen Rohrbach
National Geographic








Montag, 31. Juli 2017

vegan


Vegan

Fotos: Anita Schweig-Bourg
Müsli mit Goji-Beeren und Soyayoghurt
vegane Pfannkuchen zum Frühstück ...
selbstgebackenes Dinkel-Chia-Samen-Brot
Erbsensuppe mit Kokosmilch und frittierten Tofustreifen
Bulgur-Salat mit Walnüssen und frischen Kräutern
Bärlauch/ Heckeknuewelek/ Ail sauvage (Allium ursinum)


«Von hundert gebildeten und feinfühlenden Menschen würden schon heute wahrscheinlich neunzig nie mehr Fleisch essen, wenn sie selber das Tier erschlagen oder erstechen müßten, das sie verzehren.»
«Der Tod an sich ist nichts Furchtbares, nichts Höllenhaftes; wohl aber ist dies die Todesangst und die physische Qual. Daß bei der Tötung der Tiere diese beiden dem Opfer tunlichst zu ersparen seien, darüber ist doch kein gesitteter Mensch im Zweifel. Meiner Überzeugung nach wird auch einst die Zeit kommen, wo niemand sich wird mit Leichen ernähren wollen, wo niemand mehr sich zum Schlächterhandwerk bereit finden wird. Wie viele unter uns gibt es schon jetzt, die niemals Fleisch äßen, wenn sie selber das Messer in die Kehle der betreffenden Tiere stoßen müßten!»
«Wer die Opfer nicht schreien hören, nicht zucken sehen kann, dem es aber, sobald er außer Seh- und Hörweite ist, gleichgültig ist, daß es schreit und zuckt – der hat wohl Nerven, aber Herz hat er nicht.»

Bertha von Suttner (1843-1914)


spiritsofgarden.blogspot.com/

Buchtipps:



Heilen mit der Kraft der Natur
von Prof. Dr. A. Michalsen
Insel Verlag

Gedanken über das Leben der Kühe


Gedanken über das Leben der Kühe

Fotos: Anita Schweig-Bourg

Seit meiner Kindheit faszinieren mich Kühe;  ich  fühlte mich schon immer zu Tieren hingezogen. In deren Gegenwart, aber auch in der Gegenwart vieler anderer Tiere, war ich glückselig. Frische Landluft, grüne Wiesen und der Anblick friedlich vor sich hin grasender Kühe vermittelten mir ein Gefühl von Freiheit und taten meiner Kinderseele gut. Jedes der Tiere hatte eine eigene Persönlichkeit und jedes Kuhgesicht, in das ich blickte, sah so wunderschön anders aus. Ganz zögerlich trauten sich meine kleinen Hände, ihnen Löwenzahnblüten und Blätter in das Maul hinein zu stopfen. Ich freute mich darüber, dass sie das frische Grün von mir annahmen und zermalmten. Manchmal berührte mich ihre raue Zunge und ich bekam ein klein wenig Angst, sie könnten meine Finger mit dem Futter verwechseln.

Bis heute kann ich mir ein Leben ohne Tiere um mich herum nicht vorstellen. Immer wenn ich Kühen auf den Almen in Bayern,  der Schweiz oder in Österreich begegne, weckt es in mir ein Gefühl längst vergangener Zeit. Sie stehen in duftenden Kräuterwiesen, grasen gemächlich vor sich hin und scheinen die frischen Wildkräuter zu geniessen.

Solch saftige Wildkräuterwiesen vermisse ich in meiner Heimat leider sehr.  Unsinniges Spritzen der Felder mit Insektiziden und Pestiziden sorgten dafür, dass viele Wildblumen und Kräuter für immer verschwunden sind. Leider gibt es dieses Problem natürlich weltweit. Diese Tatsache macht mich sehr traurig. Traurig bin ich auch darüber, dass den Tieren meist kein Unterschlupf zur Verfügung steht und sie während ihrer Zeit draussen auf den Wiesen starkem Regen, glühender  Hitze oder gar heftigen Gewittern schutzlos ausgesetzt sind. Ich verstehe auch nicht, wieso man den Kühen die Hörner abschneidet. Massakriert wäre jedoch eher der passende Ausdruck für diesen sinnlosen Akt, den so mancher Bauer an seinen Tieren ausübt. In dem interessanten Buch von Martin Ott „ Kühe verstehen“ erfährt man folgendes:


Wenn man eine Herde Kühe genau beobachtet, die Hörner tragen, sieht man sofort, dass die Kühe ihre Hörner als Kommunikationsorgane einsetzen. Man sieht, wie jede Kuh eine unsichtbare Zone von ca. 4 Metern um ihren Kopf herum vor sich her trägt. Die genaue Distanz variiert nach der Stärke der Kuh. In diesen unsichtbaren Raum darf sich nur jemand wagen, der zuvor mit der Kuh Kontakt aufgenommen hat. Da die Kuh eher schlecht sieht, aber sehr gut hört, sieht sie wahrscheinlich nur die Grundbewegungen, das Schema, die Umrisse eines Körpers, deshalb sind die Hörner besonders wichtig, um den visuellen Kontakt herzustellen…

Neue Forschungen zeigen, dass in Freilaufställen Kühe mit Hörnern sich weniger häufig körperlich berühren als Kühe, die enthornt sind. Kühe die ihre Hörner haben, lösen ihre Konflikte visuell, bevor es schmerzt…

Die Hörner sind also nicht Kampfinstrumente, wie meist angenommen, sondern Instrumente zur Kommunikation, um den Kampf zu vermeiden. Eine Kuhherde ohne Hörner muss andere Strategien entwickeln, um diesen Stressabbau leisten zu können. Die Hörner befähigen die Kuh, Konflikte zu lösen, bevor es zum Kampf kommt, erlauben ihr eine hochdifferenezierte soziale Sprache durch Bewegung, Aktion und Reaktion.

Erwähnenswert auch diese Zeilen aus dem Buch  von M. Ott:

Wenn man die Verkaufszahlen der Antibiotika hochrechnet, welche die Firmen bekanntgeben, muss aber davon ausgegangen werden, dass jede Schweizer Kuh einmal im Jahr eine richtige Intensivbehandlung bekommt. Die Milch darf dann erst fünf Tage (bei Biobauern zehn Tage) nach der letzten Behandlung wieder verwendet werden. Die Kuh scheidet in den ersten Tagen der Behandlung einen grossen Teil der Antibiotika über die Milch wieder aus, die vielfach verbotenerweise den Kälbern gefüttert wird oder sonst in  der Jauche die natürliche Güllengärung stört und schliesslich in den Boden gelangt. Überall wo Kühe leben, auf der Alp und im Tal, ist das so. Eine tickende Zeitbombe, denken wir nur an die Resistenzen gegen Antibiotika, die wir so geradezu züchten und die auch beim Menschen immer mehr zunehmen. Die Produzenten dieser Hilfsstoffe haben aber keinen Grund, Alarm zu schlagen, da sie gerne immer stärkere und teurere Mittel verkaufen,. Und die Bauern und Milchproduzenten haben auch kein Interesse daran, diese unheilvolle Entwicklung zu beenden und bekannt zu machen, denn der gute Ruf der Milch wäre in Gefahr. Die Politiker tun natürlich nichts, wenn’s nicht in den Medien steht, und die Tierärzte verdienen ebenfalls mit. So bleibt das alles schön und unter dem Teppich. Weltweit!

Das bemerkenswerte Buch in dem M. Ott Beobachtungen, Erfahrungen und Gedanken über Kühe festgehalten hat, lohnt es weiter zu empfehlen. Ich habe viel Wissenswerte über Kühe, welche mir schon als Kind so lieb waren, erfahren. Im Gegensatz zu früher, überfällt mich heute eine grosse Traurigkeit, wenn ich in die Gesichter der Kühe auf der Wiese blicke. Das Wissen um das Leid und die Qual die wir Menschen den Kühen und leider auch noch vielen anderen Tieren antun löst in mir ein Gefühl der Machtlosigkeit aus. Die Plastiknummern, die an den Ohren der Tiere angebracht werden, sprechen eine traurige Sprache. Manchmal denke ich, dass diese Grausamkeit niemals ein Ende nehmen wird.
Vor kurzem führte ich ein schönes Gespräch mit meiner lieben Seelenverwandten Carmen Rohrbach über Kühe. Ein interessanter Austausch, den wir beide seit einiger Zeit führen, und so erfuhr ich vieles über das Wesen dieser Tiere. Carmen ist promovierte Biologin und Reiseschriftstellerin, die ich sehr um ihre zahlreichen Reisen bewundere. Eine faszinierende und starke Frau, wie ich finde. Ich bin sehr dankbar, sie kennen gelernt zu haben. Und so berichtete sie mir unter anderem davon, dass man Kuhfladen in der Mongolei dazu verwendet, um offene Wunden  zu bedecken und wie sie 1960 als Kind in Polen solche Behandlungen mit Kuhmist selbst gesehen hat.


Früher war dieses Wissen weltweit  bekannt. Wie auch, dass Ärzte Kühe zu therapeutischen Zwecken verwenden, um hypernervösen und kranken Menschen mit der Ruhe und warmen Zuneigung der Tiere zu helfen. Kühe spüren, genau wie auch Katzen, wenn Menschen krank sind und Hilfe brauchen.


Kühe sind Herdentiere und wie alle solche haben sie hohe soziale Eigenschaften. Manchmal kann man beobachten, wie sich die Kühe in ihren eigenen Kot legen. Dies tun sie wohl, weil er schön warm ist.  Kühe haben nämlich nicht, wie wir Menschen, eine anerzogene Abscheu gegen Kot, die wichtig ist für uns wegen der Übertragung von Krankheitserregern. Früher haben die Bauern in den Gebirgsdörfern der Alpen Wunden mit den Kuhfladen dick bedeckt. Somit müssen sich im Mist Stoffe befinden, welche die Bakterien abtöten, die sonst eine Wunde entzünden könnten. Da es für die Bauern in den abgelegenen Dörfern keine medizinische Versorgung gab, muss es über Generationen überliefertes Wissen sein, dass Kuhmist heilt.


Die Hindu verehren die Kühe als göttliche Wesen. Im Ayurveda werden Dung und Urin von Rindern gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt. Zudem schätzt man den Kuhfladen als Dünger, der getrocknet und sogar verfeuert werden kann.

Auf meinen Spaziergängen mit meinen beiden Hündinnen lege ich immer eine Pause bei den Kühen ein, spreche ein paar Worte mit ihnen oder beobachte sie einfach nur. Milchkühe stehen mit ihren blökenden Kälbern in der Wiese und schauen mich neugierig an. Am neugierigsten sind sie jedoch auf die Hunde. Meine liebe Hündin Kyra leckt schon mal gerne an einer Kuhschnauze, die sie vorsichtig durch den Zaun streckt. Sie scheint es zu geniessen. Toffee, unsere zweite Hündin ist etwas ängstlicher und sieht sich vor. Ganz hinten steht ein Stier und blickt ab und an zu uns herüber. Ein Kuhpärchen am anderen Ende der Wiese, scheint sich ganz besonders zu mögen; sie lecken sich gegenseitig ihre Gesichter ab und reiben dabei zärtlich ihre Köpfe aneinander. Sehr berührend. Da die Milchkühe oftmals nicht mit ihren Kälbern zusammenleben können, entsteht zwischen ihnen eine tiefe und langjährige Freundschaft. Ich zucke immer wieder zusammen, wenn ich die Schreie der Mütter höre, wenn die Bauern ihnen die Kälber wegnehmen. Es ist schrecklich und schmerzt mich tief in der Seele. Vor allem, weil ich weiss, dass die Tiere sterben müssen. Ich fühle mich machtlos und traurig und sogar mitverantwortlich für diese Qual. Vor einiger Zeit beobachtete ich, wie ein Bauer seine Kühe mit lautem Geschrei in den Anhänger zwang. Mit rotem Kopf und ausser sich vor Wut brüllte er auf die Tiere ein. Das eine und andere Tier bekam dabei die Schläge eines Knüppels aus Holz zu spüren. Und dies alles, weil die Tiere nicht in den Anhänger wollten. Die armen Kühe müssen voller Angst gewesen sein und ich konnte nichts tun. Es fühlte sich schrecklich an, so machtlos zu sein. Wortlos und entsetzt ging ich weiter, doch die Schreie der gestressten Tiere schallten noch lange in meinen Ohren. Die Wanderung war plötzlich nicht mehr schön und ich war zutiefst traurig. Mir kamen die Zeilen von Mahatma Gandhi in den Sinn.

 „ Die Grösse und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt
Peter Wohlleben schreibt in seinem Buch " Die Gefühle der Tiere", folgendes:
"Schauen Sie sich bei Ihrem nächsten Spaziergang auf dem Lande einmal eine Kuhherde an: Sie werden kaum ein Tier finden, welches nicht ein widerlich beschmutztes Hinterteil aufweist. Das Koten ist auch nicht appetitlicher, denn unter dem hochgeshobenenen Schwanz prasselt ein dünnflüssiger Schwall an Fäkalien heraus. Zwar bemühen sich die Rinder, durch einen gekrümmten Rücken nichts auf die eigenen Beine platschen zu lassen, doch ihr dreckiges Fell zeugt davon, dass dies nicht gelingt. Ursache für diese Zustände ist die Fütterung mit Hochleistungsnahrung, die in freier Natur nicht zum Spektrum der Nutztiere gehört hat. Soja- und Maisschrot sowie Raps und anderes, stark eiweisshaltiges Kraftfutter, dazu noch ein Cocktail an Medikamenten, kein Wunder, dass der Verdauungstrakt, der eigentlich auf magere Steppengräser eingestellt ist, in Aufruhr gerät. Wenn man weiss, wie abstossend die eigenen Exkremente für jedes Tier sind, dann ist es umso schrecklicher mit anzusehen, wie Schweine, Hühner oder Rinder in der industriellen Landwirtschaft gehalten werden. Sie verbringen ihr gesamtes Leben auf dem eigenen Kot, müssen sogar darin schlafen- das allein rechtfertigt schon den Vorwurf der Tierquälerei."

In einer schnelllebigen Zeit, in der Unmengen von Müll produziert werden, Tonnen von Gemüse und Fleisch einfach weg geschmissen werden, täte ein Umdenken gut. Der Gedanke, wofür unzählige Tiere jeden Tag sterben müssen, ist beschämend und traurig. Die biologische vegane Ernährung ist für für mich der einzig vertretbare Weg in unserer heutigen Zeit. Es wäre  höchst wünschenswert, dass wir Menschen den Wert von biologischen Lebensmitteln immer mehr zu schätzen wüssten und auch den Preis dafür zahlen würden, damit das Leid endlich ein Ende nimmt. Das Wissen darum, dass es jedoch immer mehr Menschen gibt, denen die Natur, die Tiere und Pflanzen darin, am Herzen liegen, bringt mir Hoffnung und spendet Trost.

Text und Fotos: Anita Schweig-Bourg

 spiritsofgarden.blogspot.com/
aschweig@pt.lu