Translate

Vegan




Warum ernähre ich mich vegan?

Foto: Anita Schweig-Bourg


Weil mir plötzlich klar wurde, dass ich nicht bestimmte Tiere essen könnte, während ich mich liebevoll um andere Tiere wie unsere beiden Hündinnen und Kater Leo kümmere. Die Vögel in meinem Garten füttere aber Kühe, Schweine und Hühner esse!
Als ich dann noch über die Grausamkeiten in der Milchwirtschaft erfuhr, das unaufhörliche Ausnutzen der Mutterbindung zwischen Kuh und Kalb, entschied ich mich von einem Tag auf den anderen für die vegane Ernährung. Mein Ehemann folgte meinem Beispiel. Für mich gibt es heute keine Alternative zur veganen Ernährung.

Viele Menschen wissen, dass die Massentierhaltung Tiere als Ware betrachtet. Trotzdem schauen sie weg, genauso wie ich selbst jahrelang weggeschaut habe. 
Millionen von männlichen Küken werden direkt nach dem Schlüpfen getötet, da sie keine Eier legen können und sich als Masthähnchen nicht eignen!
Abgesehen von all den Grausamkeiten, die der Mensch den Tieren tagtäglich antut, ist der hohe Fleischkonsum die grösste Ursache schädlicher Treibhausgase.
Zahlreiche Studien belegen, dass ein hoher Fleischkonsum eine der Hauptursachen für verbreitete Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, zu hohe Cholesterinwerte, Herz-Kreislauf Erkrankungen und sogar Krebs sind!
Für die Tiere, die Gesundheit, die Umwelt und für die Bekämpfung des Welthungers lohnt es sich, genauer hinzuschauen und zu hinterfragen.

Rüdiger Dahlke schreibt in seinem Buch "Peace Food" folgendes und bringt es klar auf den Punkt: Der Fischer ist heute so wenig Fischer wie der Bauer noch Bauer. Beide sind zu Fabrikarbeitern verkommen- in Fabriken, in denen es um Geld und Effizienz geht. Die alten schönen Bilder von romantischen Fischkuttern und heimeligen Bauernhöfen dienen nur noch der nostalgischen Irreführung der Verbraucher. In Wirklichkeit herrscht längst Krieg gegen Fische und Hühner, Puten und Schweine. Das Ganze nennt sich Massentierhaltung...

  Anita Schweig-Bourg

Fotos: Anita Schweig-Bourg
Müsli mit Goji-Beeren und Soyayoghurt
vegane Pfannkuchen zum Frühstück ...
selbstgebackenes Dinkel-Chia-Samen-Brot
Erbsensuppe mit Kokosmilch und frittierten Tofustreifen
Bulgur-Salat mit Walnüssen und frischen Kräutern
Bärlauch/ Heckeknuewelek/ Ail sauvage (Allium ursinum)


Fotos: Katleen Bosteels

«Von hundert gebildeten und feinfühlenden Menschen würden schon heute wahrscheinlich neunzig nie mehr Fleisch essen, wenn sie selber das Tier erschlagen oder erstechen müßten, das sie verzehren.»
«Der Tod an sich ist nichts Furchtbares, nichts Höllenhaftes; wohl aber ist dies die Todesangst und die physische Qual. Daß bei der Tötung der Tiere diese beiden dem Opfer tunlichst zu ersparen seien, darüber ist doch kein gesitteter Mensch im Zweifel. Meiner Überzeugung nach wird auch einst die Zeit kommen, wo niemand sich wird mit Leichen ernähren wollen, wo niemand mehr sich zum Schlächterhandwerk bereit finden wird. Wie viele unter uns gibt es schon jetzt, die niemals Fleisch äßen, wenn sie selber das Messer in die Kehle der betreffenden Tiere stoßen müßten!»
«Wer die Opfer nicht schreien hören, nicht zucken sehen kann, dem es aber, sobald er außer Seh- und Hörweite ist, gleichgültig ist, daß es schreit und zuckt – der hat wohl Nerven, aber Herz hat er nicht.»

Bertha von Suttner (1843-1914)

Foto: Anita Schweig-Bourg

Sie würden gerne etwas tun, finden aber nicht die richtigen Worte? Dann nutzen Sie doch einfach die Textvorlage:https:// 

www.peta.de/stopfleberkarte


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin entsetzt darüber, dass Sie Foie gras/Stopfleber auf der Speisekarte haben. Die Produktion von Stopfleber ist so extrem grausam, dass Stopfleber in Deutschland, den meisten EU-Ländern, der Schweiz, Israel, Südafrika, Argentinien und der Türkei aus Tierschutzgründen bereits verboten wurde.

Vielleicht ist Ihnen nicht bewusst, was hinter dieser sogenannten „Delikatesse“ steckt? Bei der Produktion von Enten- und Gänsestopfleber wird den Tieren mehrmals täglich ein Metallrohr in den Hals gesteckt, das die Tiere schwer verletzen kann. Darüber wird den wehrlosen Vögeln, die in Käfigen eingesperrt sind und sich nicht frei bewegen können, ein Vielfaches an Nahrung in den Magen gepumpt. So soll erreicht werden, dass sich die Leber der Tiere auf das Sechs- bis Zehnfache vergrößert. Dieses absichtlich krankgemachte Organ führt bei den Tieren zu Atemnot, Herz-Kreislauf-Beschwerden und Stoffwechselstörungen.

Bitte überzeugen Sie sich selbst von der Grausamkeit der Stopfleber-Produktion, etwa indem Sie sich das von der Oscar-Preisträgerin Kate Winslet für PETA besprochene Video ansehen: www.peta.de/katewinsletvideo.

Mir ist durchaus bewusst, dass der Import von Stopfleber (leider) legal ist. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass Sie als Küchenchef eine besondere Verantwortung tragen, und appelliere deshalb an Ihr Herz und Ihren Verstand. Denn so wie ich möchten viele Menschen aus ethischen Gründen nicht in einem Restaurant speisen, das Foie gras anbietet. Erstklassige Küche darf nicht mit Tierquälerei verbunden sein. Deshalb bitte ich Sie eindringlich: Streichen Sie Stopfleber von Ihrer Speisekarte!

Außer Kontrolle gejagt

Lëtzebuerger Journal:27.11. 2014

Laut Tierrechtlerin Nadine Sulzenbacher haben die Jäger das natürliche Gleichgewicht zerstört

Beim Thema Jagd scheiden sich die Geister. Derweil viele sie als notwendige Angelegenheit sehen, sind andere strikt dagegen. Beide Parteien nennen Argumente, die sie als hieb- und stichfest bezeichnen. Wem soll man als Laie Glauben schenken? Tierrechtlerin und ALPA-Sprecherin Nadine Sulzenbacher listet im „Journal“-Interview Gründe gegen die Jagd auf, die zu denken geben.
Warum ist Jagd Ihrer Meinung nach überflüssig?
Nadine Sulzenbacher Jagd gibt es unter der jetzigen Form eigentlich erst seit 80 oder 100 Jahren. In dieser Zeit ist sie nicht ohne Auswirkungen auf die Natur geblieben, und zwar im negativen Sinne. Die Zahlen des Schwarz- und Rotwilds sind in erschreckendem Ausmaß in die Höhe geschnellt. Daneben sind eine ganze Reihe an Arten verdrängt worden, andere wurden wiederum eingeführt, obwohl sie in unseren Wäldern nicht heimisch sind. Soweit der ökologische Ist-Zustand. Die Jagd gehört abgeschafft, weil sich die Wildbestände - je nachdem wie viel Platz und Nahrungsmittel die Tiere zur Verfügung haben - immer gesund selbst regulieren, ohne dass der Mensch eingreifen müsste. Genetisch schwächere Tiere sterben, sodass der Bestand zahlenmäßig in Grenzen gehalten wird.
Die Jäger behaupten das genaue Gegenteil, dass sich Bestände demnach längst nicht mehr selbst regulieren…
Sulzenbacher Die Jäger haben dieses Märchen beziehungsweise Mythos weltweit verbreitet, sich selbst so verkauft, als würden sie eine eminent wichtige Rolle in einer von ihnen falsch dargelegten Regulierung einnehmen. Das Gegenteil ist der Fall. Beispiel Wildschwein: Dadurch, dass die Jäger mehrmals im Jahr eine Treibjagd veranstalten, wird die Leitbache, also das weibliche Alphatier, getötet. Durch den Jagddruck, den die anderen weiblichen Tiere der Rotte empfinden, werden weit mehr Frischlinge geboren und auch öfter, als das sonst üblich wäre. Deshalb sind die Wildscheinbestände inzwischen zu hoch. Sie werden regelrecht hochgeschossen. Das Gleiche gilt für den Fuchs. Geraten die Fähen unter Jagddruck bekommen sie öfter Junge. Das Problem ist also hausgemacht. Die Jäger sind die Urheber. Wir fordern, dass endlich reiner Tisch gemacht wird. Es muss Schluss damit sein, irgendwelche Mythen zu verbreiten und den Leuten Angst zu machen, ganz nach dem Motto: „Wenn wir nicht jagen, habt ihr die Wildschweine morgen in eurem Garten“.
Woher soll man wissen, wem man glauben kann?
Sulzenbacher Es gibt Studien, die genau das belegen: Wird nicht mehr eingegriffen, regulieren sich die Bestände wieder selbst. Das wurde beispielsweise während einer Feldstudie in einem Gebiet in Italien, das Gran Paradiso heißt, deutlich. Wir reden hier von einer Fläche, die ungefähr die gleiche Größe hat wie Luxemburg und auch sonst von der Aufteilung her ganz ähnlich ist. Sämtliche Bestände haben sich dort von selbst gesund reguliert. Mittlerweile gibt es andere Gebiete, zum Beispiel der Kanton Genf, wo genau das auch nachgewiesen wurde. Die Tiere, die gezwungen wurden, nachtaktiv zu werden, obwohl sie das vor dem Jagdstress nie waren, werden jetzt wieder tagaktiv und sind nicht mehr menschenscheu. Sie haben ein Verhalten und eine Gesundheit entwickelt, die in gewisser Weise wieder natürlich sind. Die Tiere in unseren heimischen Wäldern sind dagegen lebenslange Flüchtlinge; sie laufen weg, sobald ein Mensch in ihre Nähe kommt und leben nachts.
Es fehlt also an der nötigen Aufklärung?
Sulzenbacher Ja! Ich wiederhole: Erst durch die Jagd kam es zu den ganzen Problemen. Ich kann ein anderes Beispiel nennen: Das Reh ist absolut kein Waldbewohner, sondern ein Waldrand- und Wiesenbewohner. Es ist also kein Tier, das Schaden durch Verbiss an den Bäumen anrichten würde, weil es eigentlich von seinem Naturell her auf den Wiesen grasen würde. Durch die Jagd werden die Rehe aber immer tiefer in die Wälder getrieben, wo sie dann natürlich an Baumrinden nagen. Wieder einmal sind die Jäger die Urheber, dennoch werden die Tiere als Schuldige an den Pranger gestellt, und sie sind es, die es dann wiederum zu bekämpfen gilt. An sich ist das pervers: Das Opfer wird zum Täter gemacht. Zugegebenermaßen hat man es als Laie schwer. Auch wenn man Jagd ethisch bedenklich findet, schenkt man der Fachsimpelei der Jäger Glauben und denkt, es müsse nun mal sein. Das stimmt nicht, es muss absolut nicht sein, ganz im Gegenteil. Wir fordern, dass diese Studien, die hieb- und stichfest sind, auch hierzulande berücksichtigt werden. Die Selbstregulierung würde funktionieren, wenn man die Jagd einstellen würde. Außerdem muss mit der Kirrung aufgehört werden.
Durch dieses Eingreifen überleben auch die Schwächsten, die den Winter ansonsten nicht überstehen würden. So hat es die Natur immerhin vorgesehen.
Jagd muss folglich nicht sein, auf der anderen Seite besteht wiederum eine große Nachfrage nach Wildfleisch. Man kann schlecht die ganze Gesellschaft zwingen, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren…
Sulzenbacher Das liegt auch nicht in unserer Absicht, wir sind keine Lobbyisten und „zwingen“ nicht. In Luxemburg haben wir ohnehin einen enorm hohen Fleischkonsum, müssen wir also tatsächlich auch noch in den Wald gehen und aus Konsumgründen dort alles niederschießen? Davon abgesehen, werden Tausende Füchse getötet, die nicht auf dem Teller sondern im Abfall landen. Jäger stellen sich gerne als naturnahe Nahrungslieferanten dar. Man darf aber nicht vergessen, dass die Tiere selten mit einem einzigen Schuss getötet, sondern häufig angeschossen oder regelrecht zerschossen werden. Ein solcher Spaß beziehungsweise Sport hat in einem 21. Jahrhundert nichts mehr verloren. Es ist kein Spaß, es ist ein einziges Gemetzel. Wir möchten niemanden dazu zwingen oder davon überzeugen, sich vegan zu ernähren. Davon möchte ich mich ganz klar distanzieren. Uns geht es vielmehr darum, aufzuklären. Der aufgeklärte Mensch weiß, wie er zu handeln hat. Daran glaube ich. Und wir sehen, dass die Menschen langsam erwachen.





Wo kommt unser Fleisch eigentlich her?


Wo kommt unser Fleisch eigentlich her? Eine Frage, die wir uns ungern stellen, vielleicht auch, weil wir tief im Inneren wissen, dass uns die Antwort zum Umdenken zwingen würde. „Fleisch schmeckt gut… der Mensch ist eben Fleischesser … es ist das Natürlichste, was es gibt … Tiere sind da, um gegessen zu werden …“ Argumente, …

Die verborgene Seele der Kühe
Das geheime Leben von Rindern, Hühnern, Schweinen und anderen Hoftieren
von Jeffrey M. Masson 

Mir ist Folgendes aufgefallen: Wenn ich während eines Essens den anderen am Tisch berichte, dass ich an einem Buch über das Gefühlsleben der Nutztiere schreibe, werfen sie mir ein seltsames Lächeln zu, so als hätte ich etwas ziemlich Lächerliches gesagt. Dann konzentrieren sie sich auf ihr Steak, ihre Lammkeule, ihre Hühnerbrust oder ihr Schweinsschnitzel- als würde sie das Leben jener Tiere, die sie gerade verspeisen, nicht im Geringsten interessieren....
...Wenn wir an dieses Leid keinen Gedanken verschwenden, zugleich aber die Tiere verzehren, sind wir dann nicht moralisch  blind, ethisch abgestumpft und menschlich nachlässig?...
...nur enige Leute abseits der Befürworter der Tierhaltung in landwirtschaftlichen Grossbetrieben wären zu der Aussage bereit, dass die durchschnittliche Milchkuh ein glückliches Leben führt. Man denke nur an die Kuh, der die Kälber nach der Geburt weggenommen werden und die einige Jahre lang intensiv gemolken wird. Damit ihre Milch immer weiter fliesst, muss sie fast ständig ein Junges tragen, das sie dann nicht einmal bei sich behalten darf. Vorzeitig gealtert und aufgrund nachlassender Milchproduktion weniger nützlich, wird diese Kuh schliesslich geschlachtet - lange bevor sie ihre natürliche Lebensspanne erreicht hat. Können wir also sagen, dass sie ein glückliches Leben geführt hat?...

Wir züchten sie, um sie zu schlachten oder sonstwie von ihnen zu profitieren- nicht aber um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Schicksal im Sinne eines glücklichen Lebens zu erfüllen. Kein noch so ausschweifendes philosophisches Geschwätz führt uns an jenem unüberwindlichen Hindernis vorbei, jener menschlichen - Hinterhältigkeit...

...Die Fähigkeit oder gar die Begabung der Schweine, mit anderen Spezies Freundschaften zu schliessen, ist nicht allein auf das Hausschwein beschränkt - auch Wildschweine besitzen sie...
... Irgendwie haben sie ihr Interesse und ihre Neugier auf die eigene Spezies auf eine ebenso starke Bindung an uns, ihren hartnäckigsten Verfolger, ausgedehnt. Nehmen sie mit ihrer gefühlsmässigen Grosszügigkeit - eine Eigenschaft , die offenbar die Schweine in aller Welt teilen - Rücksicht auf unsere moralische Schwäche? Verzeihen sie uns in einer mitfühlenden Geste, die nachzuahmen uns gut anstünde? Sie sind aussergewöhnliche Lebewesen , die unsere Achtung ebenso verdienen wie unsere aufrichtigste Entschuldigung...

... Einige Leute behaupten, dass Hühner nie mit uns spielen würden. Doch wie wollen wir das wissen, wenn wir ihnen dazu nie Gelegenheit gegeben haben? Wie viele Menschen haben je ein Hund wie einen Hund behandelt?...

... Warum zum Beispiel werden auch sie wie andere Vögel durch vielseitig verwendbare Beleidigungen wie " Spatzenhirn" herabgewürdigt?...
...Daunen sind also eindeutig für die Jungvögel bestimmt, nicht für die menschliche Nutzung. Obwohl die meisten Daunen von toten Vögeln stammen, die ihres Fleisches wegen geschlachtet wurden, rupft man einige auch schon bei lebendigem Leib...
Zum Glück weicht allmählich das sinnlose menschliche Bestreben ständig anderer Leute oder anderer Tiere Intelligenz zu messen, der vernünftigeren Auffassung, dass jedes Tier so intelligent ist, wie es für sein Überleben in der jeweiligen Umgebung notwendig ist....


...Doch die mühelose Behandlung der Schafe und ihre offensichtliche Verletzlichkeit haben bei den Menschen nicht Mitgefühl hervorgerufen, sondern Verachtung sowie das dringende Bedürfnis, sie auszubeuten...
...die schlimmste Krankheiten, die Schafe jetzt peinigen, wurden durch die Domestizierung verusracht; in ihrem natürlichen , wilden Zustand wären Schafe zumindest teiweise immun und führten ein gesünderes Leben ohne medizinische Eingriffe oder Arzneimittel...
... es gibt klare physiologische Beweise, dass die Intensität der Schmerzempfindung bei Kühen und Schafen der beim Menschen ähnelt...
...Chronischer Schmerz verändert die Art und Weise, wie Schmerzsignale im Zentralnervensystem verarbeitet werden, sodass die Empfindung, die  von der verletzten Stelle ausgeht, sich noch verstärkt . Sie wird immer schlimmer, von Gewöhnung kann keine Rede sein...
...Wir sollten nicht vergessen, dass die genannten Erkrankungen hauptsächlich durch den Menschen verursacht werden. Fussfäule zum Beispiel ist untrennbar mit den Umweltbedingungen verknüpft; sie entsteht, wenn das Tier zu lange auf durchnässtem Boden steht. Virulente Fussfäule ist für Schafe äusserst schmerzhaft; die betroffenen Tiere stehen auf den Knien oder hinken stark....
... Das Dasein , das wir den Schafen bieten , ist kein natürliches, und so müssen wir erkennen, dass die unaufhörliche Qual, der sie ausgesetzt sind, von uns selbst heraufbeschworen wurde...
... Wir sind es uns selbst , den Tieren, die wir domestiziert und dadurch versklavt haben, sowie den künftigen Generationen schuldig, unsere Ansichten und Verhaltensweisen zu ändern- also zu erkennen, dass wir uns nie mehr ruhig schlafen legen können, wenn unser Nachbar, ob Mensch oder Tier, unsagbares Elend erleidet und wir nicht alles uns Mögliche unternommen haben, um dieses Leiden zu lindern...
...Ich bewundere, ja beineide jeden Menschen, der die gedankliche Verknüpfung herstellen kann, dann den Sprung wagt und am nächsten Tag aufhört, jegliche tierische Produkte zu verzehen...
...In diesem Buch vertrete ich eine radikale Position. Dennoch erscheint sie mir so einfach und logisch, dass ich nicht verstehe, warum sie nicht längst von einer grossen Zahl von Menschen eingenommen wurde.

Jeffrey M. Masson
...kein Tier schlachtet ein anderes in einer Weise ab, wie Menschen es tun. Können wir nicht lernen, wie es Hunden offensichtlich gelungen ist, mit anderen Kreaturen in Frieden zu leben, ohne sie zu quälen und zu töten, zu essen, auszubeuten oder zu missachten?
Quelle: Hunde lügen nicht / Jeffrey M. Masson

Gedanken über das Leben der Kühe

Fotos: Anita Schweig-Bourg
Seit meiner Kindheit faszinieren mich Kühe;  ich  fühlte mich schon immer zu Tieren hingezogen. In deren Gegenwart, aber auch in der Gegenwart vieler anderer Tiere, war ich glückselig. Frische Landluft, grüne Wiesen und der Anblick friedlich vor sich hin grasender Kühe vermittelten mir ein Gefühl von Freiheit und taten meiner Kinderseele gut. Jedes der Tiere hatte eine eigene Persönlichkeit und jedes Kuhgesicht, in das ich blickte, sah so wunderschön anders aus. Ganz zögerlich trauten sich meine kleinen Hände, ihnen Löwenzahnblüten und Blätter in das Maul hinein zu stopfen. Ich freute mich darüber, dass sie das frische Grün von mir annahmen und zermalmten. Manchmal berührte mich ihre raue Zunge und ich bekam ein klein wenig Angst, sie könnten meine Finger mit dem Futter verwechseln.

Bis heute kann ich mir ein Leben ohne Tiere um mich herum nicht vorstellen. Immer wenn ich Kühen auf den Almen in Bayern,  der Schweiz oder in Österreich begegne, weckt es in mir ein Gefühl längst vergangener Zeit. Sie stehen in duftenden Kräuterwiesen, grasen gemächlich vor sich hin und scheinen die frischen Wildkräuter zu geniessen.

Solch saftige Wildkräuterwiesen vermisse ich in meiner Heimat leider sehr.  Unsinniges Spritzen der Felder mit Insektiziden und Pestiziden sorgten dafür, dass viele Wildblumen und Kräuter für immer verschwunden sind. Leider gibt es dieses Problem natürlich weltweit. Diese Tatsache macht mich sehr traurig. Traurig bin ich auch darüber, dass den Tieren meist kein Unterschlupf zur Verfügung steht und sie während ihrer Zeit draussen auf den Wiesen starkem Regen, glühender  Hitze oder gar heftigen Gewittern schutzlos ausgesetzt sind. Ich verstehe auch nicht, wieso man den Kühen die Hörner abschneidet. Massakriert wäre jedoch eher der passende Ausdruck für diesen sinnlosen Akt, den so mancher Bauer an seinen Tieren ausübt. In dem interessanten Buch von Martin Ott „ Kühe verstehen“ erfährt man folgendes:


Wenn man eine Herde Kühe genau beobachtet, die Hörner tragen, sieht man sofort, dass die Kühe ihre Hörner als Kommunikationsorgane einsetzen. Man sieht, wie jede Kuh eine unsichtbare Zone von ca. 4 Metern um ihren Kopf herum vor sich her trägt. Die genaue Distanz variiert nach der Stärke der Kuh. In diesen unsichtbaren Raum darf sich nur jemand wagen, der zuvor mit der Kuh Kontakt aufgenommen hat. Da die Kuh eher schlecht sieht, aber sehr gut hört, sieht sie wahrscheinlich nur die Grundbewegungen, das Schema, die Umrisse eines Körpers, deshalb sind die Hörner besonders wichtig, um den visuellen Kontakt herzustellen…

Neue Forschungen zeigen, dass in Freilaufställen Kühe mit Hörnern sich weniger häufig körperlich berühren als Kühe, die enthornt sind. Kühe die ihre Hörner haben, lösen ihre Konflikte visuell, bevor es schmerzt…

Die Hörner sind also nicht Kampfinstrumente, wie meist angenommen, sondern Instrumente zur Kommunikation, um den Kampf zu vermeiden. Eine Kuhherde ohne Hörner muss andere Strategien entwickeln, um diesen Stressabbau leisten zu können. Die Hörner befähigen die Kuh, Konflikte zu lösen, bevor es zum Kampf kommt, erlauben ihr eine hochdifferenezierte soziale Sprache durch Bewegung, Aktion und Reaktion.

Erwähnenswert auch diese Zeilen aus dem Buch  von M. Ott:

Wenn man die Verkaufszahlen der Antibiotika hochrechnet, welche die Firmen bekanntgeben, muss aber davon ausgegangen werden, dass jede Schweizer Kuh einmal im Jahr eine richtige Intensivbehandlung bekommt. Die Milch darf dann erst fünf Tage (bei Biobauern zehn Tage) nach der letzten Behandlung wieder verwendet werden. Die Kuh scheidet in den ersten Tagen der Behandlung einen grossen Teil der Antibiotika über die Milch wieder aus, die vielfach verbotenerweise den Kälbern gefüttert wird oder sonst in  der Jauche die natürliche Güllengärung stört und schliesslich in den Boden gelangt. Überall wo Kühe leben, auf der Alp und im Tal, ist das so. Eine tickende Zeitbombe, denken wir nur an die Resistenzen gegen Antibiotika, die wir so geradezu züchten und die auch beim Menschen immer mehr zunehmen. Die Produzenten dieser Hilfsstoffe haben aber keinen Grund, Alarm zu schlagen, da sie gerne immer stärkere und teurere Mittel verkaufen,. Und die Bauern und Milchproduzenten haben auch kein Interesse daran, diese unheilvolle Entwicklung zu beenden und bekannt zu machen, denn der gute Ruf der Milch wäre in Gefahr. Die Politiker tun natürlich nichts, wenn’s nicht in den Medien steht, und die Tierärzte verdienen ebenfalls mit. So bleibt das alles schön und unter dem Teppich. Weltweit!

Das bemerkenswerte Buch in dem M. Ott Beobachtungen, Erfahrungen und Gedanken über Kühe festgehalten hat, lohnt es weiter zu empfehlen. Ich habe viel Wissenswerte über Kühe, welche mir schon als Kind so lieb waren, erfahren. Im Gegensatz zu früher, überfällt mich heute eine grosse Traurigkeit, wenn ich in die Gesichter der Kühe auf der Wiese blicke. Das Wissen um das Leid und die Qual die wir Menschen den Kühen und leider auch noch vielen anderen Tieren antun löst in mir ein Gefühl der Machtlosigkeit aus. Die Plastiknummern, die an den Ohren der Tiere angebracht werden, sprechen eine traurige Sprache. Manchmal denke ich, dass diese Grausamkeit niemals ein Ende nehmen wird.
Vor kurzem führte ich ein schönes Gespräch mit meiner lieben Seelenverwandten Carmen Rohrbach über Kühe. Ein interessanter Austausch, den wir beide seit einiger Zeit führen, und so erfuhr ich vieles über das Wesen dieser Tiere. Carmen ist promovierte Biologin und Reiseschriftstellerin, die ich sehr um ihre zahlreichen Reisen bewundere. Eine faszinierende und starke Frau, wie ich finde. Ich bin sehr dankbar, sie kennen gelernt zu haben. Und so berichtete sie mir unter anderem davon, dass man Kuhfladen in der Mongolei dazu verwendet, um offene Wunden  zu bedecken und wie sie 1960 als Kind in Polen solche Behandlungen mit Kuhmist selbst gesehen hat.


Früher war dieses Wissen weltweit  bekannt. Wie auch, dass Ärzte Kühe zu therapeutischen Zwecken verwenden, um hypernervösen und kranken Menschen mit der Ruhe und warmen Zuneigung der Tiere zu helfen. Kühe spüren, genau wie auch Katzen, wenn Menschen krank sind und Hilfe brauchen.


Kühe sind Herdentiere und wie alle solche haben sie hohe soziale Eigenschaften. Manchmal kann man beobachten, wie sich die Kühe in ihren eigenen Kot legen. Dies tun sie wohl, weil er schön warm ist.  Kühe haben nämlich nicht, wie wir Menschen, eine anerzogene Abscheu gegen Kot, die wichtig ist für uns wegen der Übertragung von Krankheitserregern. Früher haben die Bauern in den Gebirgsdörfern der Alpen Wunden mit den Kuhfladen dick bedeckt. Somit müssen sich im Mist Stoffe befinden, welche die Bakterien abtöten, die sonst eine Wunde entzünden könnten. Da es für die Bauern in den abgelegenen Dörfern keine medizinische Versorgung gab, muss es über Generationen überliefertes Wissen sein, dass Kuhmist heilt.


Die Hindu verehren die Kühe als göttliche Wesen. Im Ayurveda werden Dung und Urin von Rindern gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt. Zudem schätzt man den Kuhfladen als Dünger, der getrocknet und sogar verfeuert werden kann.

Auf meinen Spaziergängen mit meinen beiden Hündinnen lege ich immer eine Pause bei den Kühen ein, spreche ein paar Worte mit ihnen oder beobachte sie einfach nur. Milchkühe stehen mit ihren blökenden Kälbern in der Wiese und schauen mich neugierig an. Am neugierigsten sind sie jedoch auf die Hunde. Meine liebe Hündin Kyra leckt schon mal gerne an einer Kuhschnauze, die sie vorsichtig durch den Zaun streckt. Sie scheint es zu geniessen. Toffee, unsere zweite Hündin ist etwas ängstlicher und sieht sich vor. Ganz hinten steht ein Stier und blickt ab und an zu uns herüber. Ein Kuhpärchen am anderen Ende der Wiese, scheint sich ganz besonders zu mögen; sie lecken sich gegenseitig ihre Gesichter ab und reiben dabei zärtlich ihre Köpfe aneinander. Sehr berührend. Da die Milchkühe oftmals nicht mit ihren Kälbern zusammenleben können, entsteht zwischen ihnen eine tiefe und langjährige Freundschaft. Ich zucke immer wieder zusammen, wenn ich die Schreie der Mütter höre, wenn die Bauern ihnen die Kälber wegnehmen. Es ist schrecklich und schmerzt mich tief in der Seele. Vor allem, weil ich weiss, dass die Tiere sterben müssen. Ich fühle mich machtlos und traurig und sogar mitverantwortlich für diese Qual. Vor einiger Zeit beobachtete ich, wie ein Bauer seine Kühe mit lautem Geschrei in den Anhänger zwang. Mit rotem Kopf und ausser sich vor Wut brüllte er auf die Tiere ein. Das eine und andere Tier bekam dabei die Schläge eines Knüppels aus Holz zu spüren. Und dies alles, weil die Tiere nicht in den Anhänger wollten. Die armen Kühe müssen voller Angst gewesen sein und ich konnte nichts tun. Es fühlte sich schrecklich an, so machtlos zu sein. Wortlos und entsetzt ging ich weiter, doch die Schreie der gestressten Tiere schallten noch lange in meinen Ohren. Die Wanderung war plötzlich nicht mehr schön und ich war zutiefst traurig. Mir kamen die Zeilen von Mahatma Gandhi in den Sinn.

 „ Die Grösse und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt
Peter Wohlleben schreibt in seinem Buch " Die Gefühle der Tiere", folgendes:
"Schauen Sie sich bei Ihrem nächsten Spaziergang auf dem Lande einmal eine Kuhherde an: Sie werden kaum ein Tier finden, welches nicht ein widerlich beschmutztes Hinterteil aufweist. Das Koten ist auch nicht appetitlicher, denn unter dem hochgeshobenenen Schwanz prasselt ein dünnflüssiger Schwall an Fäkalien heraus. Zwar bemühen sich die Rinder, durch einen gekrümmten Rücken nichts auf die eigenen Beine platschen zu lassen, doch ihr dreckiges Fell zeugt davon, dass dies nicht gelingt. Ursache für diese Zustände ist die Fütterung mit Hochleistungsnahrung, die in freier Natur nicht zum Spektrum der Nutztiere gehört hat. Soja- und Maisschrot sowie Raps und anderes, stark eiweisshaltiges Kraftfutter, dazu noch ein Cocktail an Medikamenten, kein Wunder, dass der Verdauungstrakt, der eigentlich auf magere Steppengräser eingestellt ist, in Aufruhr gerät. Wenn man weiss, wie abstossend die eigenen Exkremente für jedes Tier sind, dann ist es umso schrecklicher mit anzusehen, wie Schweine, Hühner oder Rinder in der industriellen Landwirtschaft gehalten werden. Sie verbringen ihr gesamtes Leben auf dem eigenen Kot, müssen sogar darin schlafen- das allein rechtfertigt schon den Vorwurf der Tierquälerei."

In einer schnelllebigen Zeit, in der Unmengen von Müll produziert werden, Tonnen von Gemüse und Fleisch einfach weg geschmissen werden, täte ein Umdenken gut. Der Gedanke, wofür unzählige Tiere jeden Tag sterben müssen, ist beschämend und traurig. Die biologische vegane Ernährung ist für für mich der einzig vertretbare Weg in unserer heutigen Zeit. Es wäre  höchst wünschenswert, dass wir Menschen den Wert von biologischen Lebensmitteln immer mehr zu schätzen wüssten und auch den Preis dafür zahlen würden, damit das Leid endlich ein Ende nimmt. Das Wissen darum, dass es jedoch immer mehr Menschen gibt, denen die Natur, die Tiere und Pflanzen darin, am Herzen liegen, bringt mir Hoffnung und spendet Trost.

Text und Fotos: Anita Schweig-Bourg




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen


Kommentare per mail bitte senden